Sprechzeiten:
Mo-Fr
9-12 & 13-15 Uhr

 

+49 221 888 239 10

support@auc-online.de

Kontakt Databay AG
Kontakt

TraumaRegister DGU®

Das TraumaRegister DGU® setzt weltweit Maßstäbe für das Qualitätsmanagement schwerverletzter Patienten. Mit über 800 teilnehmenden Kliniken beteiligen sich Häuser aus mehr als 20 Nationen.

Die teilnehmenden Kliniken sind primär in Deutschland lokalisiert, doch zunehmend tragen auch andere europäische und außereuropäische Länder wie Belgien, Finnland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien oder die Vereinigten Arabischen Emirate dazu bei.

Seit seiner Gründung im Jahre 1993 wurden Ergebnisdaten von knapp 400.000 Behandlungsverläufen dokumentiert. Allein in 2018 flossen rund 33.000 Fälle aus über 650 Kliniken in das TraumaRegister DGU® ein.

Das TraumaRegister DGU® wird von den Kliniken nicht nur als Instrument zur externen Qualitätssicherung genutzt, sondern stellt darüber hinaus seit Jahren eine Grundlage für die klinische und die Versorgungs-Forschung dar.


Das TraumaRegister in Kürze

Schwerverletzte, die das folgende Einschlusskriterium erfüllen: Aufnahme in das Krankenhaus über den Schockraum mit anschließender Intensivpflichtigkeit oder Ankunft in der Klinik mit Vitalzeichen und Versterben vor Aufnahme auf die Intensivstation.

Standardisierte Dokumentation in einer zentralen Datenbank. Die Daten werden aus den vier aufeinanderfolgenden Phasen A) Präklinik, B) Schockraum und anschließend OP, C) Intensivstation und D) Entlassung erfasst. Sie beinhalten detaillierte Informationen über Demografie, Verletzungsmuster, Komorbiditäten, präklinisches und klinisches Management, intensivmedizinischen Verlauf und wichtige Laborbefunde einschließlich Transfusionsdaten. Weiterhin werden Daten zum Outcome wie beispielsweise der Zustand des Patienten nach Entlassung dokumentiert.

Knapp 30.000 Fälle pro Jahr aus über 650 Kliniken (Stand: in 2019)

Teilnehmende Kliniken zu ca. 90 % aus Deutschland, jedoch stetig wachsende Beteiligung aus dem Ausland. Zurzeit Belgien, Finnland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien und Vereinigte Arabische Emirate. 

Die Klinik-Jahresberichte und allgemeinen Jahresberichte des TraumaRegister DGU® spiegeln die Datenlage sowohl der eigenen Klink als auch des gesamten Registers bis zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode wider. 

Das TraumaRegister DGU® ist ein Baustein der Qualitätssicherung bei der Behandlung von Schwerverletzten. Der Jahresbericht erlaubt einen Vergleich mit den Zahlen anderer Häuser und unterstützt so die Standortbestimmung hinsichtlich der eigenen Qualitätsbemühungen.

Das TraumaRegister DGU® liefert einen wichtigen Beitrag zur Forschung, indem es Analysen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen ermöglicht. Die jeweiligen Publikationen werden einem registerinternen Reviewprozess unterworfen.

Das TraumaRegister DGU® unterhält vielfältige Kooperationen zu unterschiedlichen Gremien und Behörden sowie traumatologisch orientierten Registern im In- und Ausland.

Beispiele sind die Verkehrsunfallforschung mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) oder die Mitwirkung bei der  Harmonisierung der europäischen Unfallstatistik mit unterschiedlichen Gremien und Behörden. Auch mit mehreren ausländischen Traumaregistern und anderen verwandten Registern wie beispielsweise dem HandTraumaRegister DGH der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie existiert eine Zusammenarbeit.

Die technische und organisatorische Entwicklung sowie der kontinuierliche Betrieb des Registers inklusive Datenmanagement und statistischer Analyse erfolgt durch die AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH.

Die wissenschaftliche Leitung obliegt der Sektion Notfall, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU (Sektion NIS). Auswertungen werden nach einem Reviewverfahren der Sektion NIS genehmigt.

Um die Weiterentwicklung des TraumaRegister DGU® zu gewährleisten, wurde innerhalb der Sektion NIS der Arbeitskreis TraumaRegister gegründet. 

Die AUC arbeitet eng mit dem Arbeitskreis TraumaRegister zusammen und bietet diesem sowohl inhaltlich-technische als auch organisatorische Unterstützung.
Der Arbeitskreis TraumaRegister trifft ein Mal pro Jahr in Bensberg bei Köln zum "Projekttreffen Arbeitskreis TraumaRegister" zusammen.

Nicht nur stetiger Datenzuwachs sondern auch wachsendes Interesse an wissenschaftlichen Auswertungen aus dem TraumaRegister DGU® machten einen kontrollierten Zugriff auf die Daten erforderlich. Aus diesem Grund werden seit 2008 alle Auswertungen aus dem TraumaRegister DGU® über das Review Board koordiniert.

Das Review Board steuert die Nutzung der Registerdaten, stellt eine einheitliche methodische Qualität der daraus resultierenden Arbeiten sicher und vermeidet Datenmissbrauch, beispielsweise für nicht wissenschaftliche Zwecke.

Beim Review Board handelt es sich um ein Gremium, welches sich sowohl aus TraumaRegister-erfahrenen Mitgliedern der Sektion NIS als auch weiteren im TraumaRegister DGU® engagierten wissenschaftlich tätigen Ärzten sowie verantwortlichen, wissenschaftlichen Mitarbeitern der AUC zusammensetzt. 


Publikationen


Aktuelles

Neues Gesetz für Akut-Register gefordert

Traumaregister DGU®

Nach dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung sind die Eingaben in das TraumaRegister DGU® aus Sorge vor Rechtsverstößen erheblich zurückgegangen. Zur Sicherung des Schwerverletztenregisters fordert die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) nun beim Bundesgesundheitsminister ein Gesetz, das die Eingabe der Patientendaten auch ohne vorherige Einverständniserklärung ermöglicht.

Das 1993 ins Leben gerufene TraumaRegister DGU® (TR-DGU) umfasst mittlerweile die pseudonymisierten Behandlungsverläufe von rund 270.000 Patienten. Doch seitdem vor knapp drei Jahren die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraftgetreten ist, werden immer weniger Verletzte erfasst. Im Jahr 2018 war ein Rückgang um sechs Prozent, im Folgejahr sogar um 17 Prozent zu verzeichnen. Nun herrscht Sorge, dass übertriebener Datenschutz das Register zunichtemachen könne.

Die Datenschutzgrundverordnung bewirkt, dass Gesundheitsdaten in vielen Fällen nur dann weitergegeben werden dürfen, wenn der Patient zustimmt. Dies ist jedoch im unfallchirurgischen Alltag mit schwerverletzten und bewusstlosen Patienten oftmals nur schwer umzusetzen.

Das TR-DGU dient sowohl zu Forschungs- als auch zu Qualitätssicherungszwecken und leistet damit einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Doch, so ein Bericht aus der FAZ vom 19.04.2021, bereite genau diese Doppelfunktion auch Probleme. Zwar könnten in bestimmten Fällen Patientendaten zu Forschungszwecken auch ohne Zustimmung genutzt werden, für die gleichzeitige Nutzung dieser Daten zur Qualitätssicherung mangele es jedoch bislang an einer entsprechenden Rechtsgrundlage. Hier müsse genau geregelt werden, welche Daten wie und zu welchem Zweck erhoben und verarbeitet werden dürfen. Die entsprechende gesetzliche Verankerung würde für das Register jedoch eine Einbuße an Eigenständigkeit und Flexibilität nach sich ziehen, so dass hier gut abgewogen werden muss.

Der Landesbeauftragte für Datenschutz in Bayern, Thomas Petri, regt etwa an, die Patientendaten nicht wie bislang nur einfach zu pseudonymisieren, sondern unter Einbeziehung einer zusätzlichen Vertrauensstelle eine doppelte Pseudonymisierung vorzunehmen. Dann könnten die Daten auch vom Krankenhaus nicht mehr rückverfolgt und identifiziert werden, für das Krebsregister beispielsweise sei dies bereits so umgesetzt. Allerdings, so Petri, bedürfe es auch in dieser Ausgestaltung zunächst einer expliziten gesetzlichen Regelung.  

Daneben untersteht der Datenschutz in vielen Bereichen der Hoheit der einzelnen Bundesländer. So dürfen beispielsweise Krankenhäuser in Berlin Patientendaten zu Zwecken der Qualitätssicherung auch ohne Einverständnis übermitteln, da dies im Landeskrankenhausgesetz verankert ist. Eine entsprechende Erlaubnis existiert aber nicht zwingend in allen Bundesländern. Aus Gründen der Einheitlichkeit wäre daher erforderlich, eine für das gesamte Bundesgebiet gültige Regelung zu treffen.


Weitere Informationen:

Beitrag FAZ, 19.04.2021
Pressemitteilung DGU

 


Kooperationen