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TraumaRegister DGU®

Das TraumaRegister DGU® setzt weltweit Maßstäbe für das Qualitätsmanagement schwerverletzter Patienten. Mit über 800 teilnehmenden Kliniken beteiligen sich Häuser aus mehr als 20 Nationen.

Die teilnehmenden Kliniken sind primär in Deutschland lokalisiert, doch zunehmend tragen auch andere europäische und außereuropäische Länder wie Belgien, Finnland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien oder die Vereinigten Arabischen Emirate dazu bei.

Seit seiner Gründung im Jahre 1993 wurden Ergebnisdaten von knapp 400.000 Behandlungsverläufen dokumentiert. Allein in 2018 flossen rund 33.000 Fälle aus über 650 Kliniken in das TraumaRegister DGU® ein.

Das TraumaRegister DGU® wird von den Kliniken nicht nur als Instrument zur externen Qualitätssicherung genutzt, sondern stellt darüber hinaus seit Jahren eine Grundlage für die klinische und die Versorgungs-Forschung dar.


Das TraumaRegister in Kürze

Schwerverletzte, die das folgende Einschlusskriterium erfüllen: Aufnahme in das Krankenhaus über den Schockraum mit anschließender Intensivpflichtigkeit oder Ankunft in der Klinik mit Vitalzeichen und Versterben vor Aufnahme auf die Intensivstation.

Standardisierte Dokumentation in einer zentralen Datenbank. Die Daten werden aus den vier aufeinanderfolgenden Phasen A) Präklinik, B) Schockraum und anschließend OP, C) Intensivstation und D) Entlassung erfasst. Sie beinhalten detaillierte Informationen über Demografie, Verletzungsmuster, Komorbiditäten, präklinisches und klinisches Management, intensivmedizinischen Verlauf und wichtige Laborbefunde einschließlich Transfusionsdaten. Weiterhin werden Daten zum Outcome wie beispielsweise der Zustand des Patienten nach Entlassung dokumentiert.

Knapp 30.000 Fälle pro Jahr aus über 650 Kliniken (Stand: in 2019)

Teilnehmende Kliniken zu ca. 90 % aus Deutschland, jedoch stetig wachsende Beteiligung aus dem Ausland. Zurzeit Belgien, Finnland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien und Vereinigte Arabische Emirate. 

Die Klinik-Jahresberichte und allgemeinen Jahresberichte des TraumaRegister DGU® spiegeln die Datenlage sowohl der eigenen Klink als auch des gesamten Registers bis zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode wider. 

Das TraumaRegister DGU® ist ein Baustein der Qualitätssicherung bei der Behandlung von Schwerverletzten. Der Jahresbericht erlaubt einen Vergleich mit den Zahlen anderer Häuser und unterstützt so die Standortbestimmung hinsichtlich der eigenen Qualitätsbemühungen.

Das TraumaRegister DGU® liefert einen wichtigen Beitrag zur Forschung, indem es Analysen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen ermöglicht. Die jeweiligen Publikationen werden einem registerinternen Reviewprozess unterworfen.

Das TraumaRegister DGU® unterhält vielfältige Kooperationen zu unterschiedlichen Gremien und Behörden sowie traumatologisch orientierten Registern im In- und Ausland.

Beispiele sind die Verkehrsunfallforschung mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) oder die Mitwirkung bei der  Harmonisierung der europäischen Unfallstatistik mit unterschiedlichen Gremien und Behörden. Auch mit mehreren ausländischen Traumaregistern und anderen verwandten Registern wie beispielsweise dem HandTraumaRegister DGH der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie existiert eine Zusammenarbeit.

Die technische und organisatorische Entwicklung sowie der kontinuierliche Betrieb des Registers inklusive Datenmanagement und statistischer Analyse erfolgt durch die AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH.

Die wissenschaftliche Leitung obliegt der Sektion Notfall, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU (Sektion NIS). Auswertungen werden nach einem Reviewverfahren der Sektion NIS genehmigt.

Um die Weiterentwicklung des TraumaRegister DGU® zu gewährleisten, wurde innerhalb der Sektion NIS der Arbeitskreis TraumaRegister gegründet. 

Die AUC arbeitet eng mit dem Arbeitskreis TraumaRegister zusammen und bietet diesem sowohl inhaltlich-technische als auch organisatorische Unterstützung.
Der Arbeitskreis TraumaRegister trifft ein Mal pro Jahr in Bensberg bei Köln zum "Projekttreffen Arbeitskreis TraumaRegister" zusammen.

Nicht nur stetiger Datenzuwachs sondern auch wachsendes Interesse an wissenschaftlichen Auswertungen aus dem TraumaRegister DGU® machten einen kontrollierten Zugriff auf die Daten erforderlich. Aus diesem Grund werden seit 2008 alle Auswertungen aus dem TraumaRegister DGU® über das Review Board koordiniert.

Das Review Board steuert die Nutzung der Registerdaten, stellt eine einheitliche methodische Qualität der daraus resultierenden Arbeiten sicher und vermeidet Datenmissbrauch, beispielsweise für nicht wissenschaftliche Zwecke.

Beim Review Board handelt es sich um ein Gremium, welches sich sowohl aus TraumaRegister-erfahrenen Mitgliedern der Sektion NIS als auch weiteren im TraumaRegister DGU® engagierten wissenschaftlich tätigen Ärzten sowie verantwortlichen, wissenschaftlichen Mitarbeitern der AUC zusammensetzt. 


Publikationen


Aktuelles

TDSC®-Kurs: Proben für den Ernstfall

Katastrophenmedizin

Im Oktober letzten Jahres hat sich in Ulm eine Gruppe von 20 Medizinern aus ganz Deutschland zusammengefunden, um gemeinsam mit Ärzten des Bundeswehrkrankenhauses Ulm für den Notfall im Fall eines Terrorangriffs zu proben.

Der Weiterbildungskurs „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC®) richtet sich an Notfallmediziner, um auf die Behandlung von Terroropfern vorzubereiten und in taktischer Einsatzplanung zu schulen. Denn ein Terrorereignis stellt die Kliniken vor ganz besondere Herausforderungen wie überlastete Notaufnahmen, eine unvorhersehbare zeitliche Dynamik der Ereignisse, große emotionale Belastung sowie im normalen Klinikalltag eher unübliche Verletzungen durch Schüsse und Explosionen. So stammen auch die meisten Erkenntnisse zur Versorgung von Terroropfern aus der Militärmedizin wo es gilt, sich mit knappen Ressourcen und unter enormem Zeitdruck auf das für das vordringlich Nötige und Mögliche zu konzentrieren, um möglichst viele Menschenleben retten zu können.

Daher wurden in die Behandlungsempfehlungen der 3. aktualisierten Auflage des „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ nun auch Vorgaben für einen Massenanfall von Verletzten bei Terrorereignissen (Terror-MANV) aufgenommen sowie entsprechende Schulungen empfohlen. Für die Kliniken, die am Verfahren TraumaNetzwerk DGU® teilnehmen gilt die Erfüllung der Vorgaben aus dem Weißbuch als Zertifizierungsgrundlage.


Weitere Informationen:

Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 23. Januar 2021

 


Kooperationen