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4. Nationale ATZ-Anwenderkonferenz

07.12.2020

Am 19. November fand die mittlerweile 4. Nationale ATZ-Anwenderkonferenz statt. Die aufgrund der derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen online durchgeführte Veranstaltung zählte über 80 Teilnehmer.

Ganz oben auf der Agenda stand die neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Versorgung hüftgelenknaher Femurfrakturen. Mit diesem Beschluss soll in erster Linie sichergestellt werden, dass Patienten innerhalb von 24 Stunden operativ versorgt werden können, denn eine frühzeitige OP verbessert die Heilungschancen wesentlich. Als Hilfestellung bei der Erfüllung der neuen Vorgaben hat die Sektion Alterstraumatologie für alle interessierte Kliniken Muster SOPs bereitgestellt, die insbesondere auf perioperative Planung, Operationsverfahren sowie ortho-geriatrische Zusammenarbeit abzielen. Die Muster SOPs können über das TraumaPortal und die Website der AUC - Akademie der Unfallchirurgie GmbH abgerufen werden. Als weiterer wichtiger Programmpunkt wurde der überarbeitete Kriterienkatalog für die AltersTraumaZentren vorgestellt, der mit seiner Version 1.3 in seiner mittlerweile 2. Revision am 1. Januar 2021 verbindlich in Kraft tritt. Der neue Katalog enthält Anpassungen an die neuen Vorgaben des G-BA sowie Aktualisierungen hinsichtlich des orthogeriatrischen Co-Managements in der perioperativen Phase.

Es folgte traditionsgemäß die Vorstellung des aktuellen Jahresberichts des AltersTraumaRegister DGU® (ATR), der alljährlich zur ATZ-Konferenz erscheint. Mit dem jüngsten Bericht 2020 kann das ATR auf die mittlerweile 3. Ausgabe zurückblicken. Bis einschließlich 2019 umfasste das Register knapp 26.000 Fälle aus über 90 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Allein im Jahr 2019 wurden über 8.000 Fälle erfasst, was auf einen kontinuierlichen Anstieg der das Register nutzenden Einrichtungen hinweist.

Als abschließendes Thema stand die erste Bogenrevision des ATR zur Diskussion, die für 2021 geplant ist. Zugunsten der wissenschaftlichen Aussagekraft sollen unter anderem der Clinical Frailty Scale-Test zur besseren Beurteilung des Patientenzustandes, zusätzliche Informationen zum Gerinnungs- und Delirmanagement sowie die Abfrage von nicht-chirurgischen Komplikationen nach der OP neu in den Datensatz aufgenommen werden.

Die zahlreichen aktiven Diskussionsbeiträge zu dringlichen Themen seitens der Konferenzteilnehmer aus Unfallchirurgie, Geriatrie und Qualitätsmanagement der AltersTraumaZentren, bestätigten aufs Neue den Stellenwert des jährlichen Erfahrungsaustausches im Rahmen der ATZ-Konferenz.