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Neuauflage Weißbuch Schwerverletztenversorgung der DGU

06.11.2019

Die nunmehr 3. erweiterte Auflage des Weißbuchs Schwerverletztenversorgung wurde am 10.10.2019 in einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie nachfolgend auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin vorgestellt. Das Weißbuch spricht Empfehlungen für die Schwerverletztenversorgung in Deutschland aus und ist für die Traumazentren maßgeblich für die vorzuhaltenden Strukturen und Behandlungsprozesse.

Mit dem Weißbuch soll eine qualitativ hochwertige Versorgung Schwerverletzter in Deutschland gewährleistet werden. Hierzu enthält es umfangeiche Vorgaben zur Struktur, Organisation und Ausstattung der deutschen Schwerverletztenversorgung sowie zu deren Qualität und Sicherheit. Für die Kliniken, die am Verfahren TraumaNetzwerk DGU® teilnehmen gilt die Erfüllung der Vorgaben aus dem Weißbuch als Zertifizierungsgrundlage.

Um aktuellen Erfordernissen, wie veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und der Abstimmung mit der Neufassung der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletztenversorgung gerecht zu werden, und nicht zuletzt auch den Erfahrungen aus der bisherigen Umsetzung des TraumaNetzwerk DGU Rechnung zu tragen, hat man sich nun für eine Überarbeitung entschieden.

Als neue Punkte wurden Handlungsempfehlungen bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV), auch unter Berücksichtigung des MANV in lebensbedrohlichen Einsatzlagen (Terror-MANV), aufgenommen und die strukturierte Frührehabilitation, in Anlehnung an Patienten mit Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, nun für alle Schwerverletzten gefordert. Darüber hinaus wurde die Zielsetzung des TraumaNetzwerk DGU dahingehend erweitert, dass nun über das reine Überleben hinaus eine möglichst hohe Lebensqualität angestrebt wird.

„Ziel ist es, für jeden Schwerverletzten an jedem Ort in Deutschland zu jeder Zeit in gleicher Qualität das Überleben und die bestmögliche Lebensqualität zu sichern“.

Das Weißbuch wurde unter Mitwirkung zahlreicher Fachgesellschaften, Verbände und Institutionen verfasst, Herausgeber ist die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

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