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TNT-Jahreskongress 2019

24.09.2019

Der mit knapp 200 Teilnehmern gut besuchte 6. TNT-Jahreskongress fand diesjährig am 13.09.2019 in Göttingen statt. Das Treffen, zu dem alle im TraumaRegister DGU® und TraumaNetzwerk DGU® aktiven Kliniken herzlich eingeladen sind, wird jedes Jahr gemeinsam von der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (Sektion NIS) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und dem Arbeitskreis Umsetzung TraumaNetzwerk DGU® (AKUT) veranstaltet.

Im Fokus standen unter anderem das aktualisierte Weißbuch 3.0, eine Nachlese zum internationalen Traumaregistertreffen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des TraumaRegister DGU sowie die Prozessqualität im TraumaRegister. Darüber hinaus wurden die zu erwartenden Neuerungen anlässlich der in 2020 anstehenden Bogenrevision präsentiert.

Ein weiterer wesentlicher Punkt war die Verlegungspraxis der Schwerverletzten innerhalb des TraumaNetzwerk DGU. So stand zur Debatte, welche Patienten für eine Verlegung in Frage kommen und zu welchem Zeitpunkt sie in welches Haus verlegt werden. Auch die diesbezüglichen ökonomischen Aspekte wurden erörtert. Die Diskussionsgrundlage bildeten eine entsprechende Auswertung aus dem TraumaRegister sowie eine Umfrage, die Dr. C. Spering, Oberarzt Universitätsmedizin Göttingen, hierzu durchgeführt hatte.

Als einer der Höhepunkte fand dieses Jahr erstmalig das „NIS-Trauma-Couching“ statt. Hier wurde der besonders schwierige Fall eines älteren Motorradfahrers mit multiplen Verletzungen nach einer Frontalkollision vorgestellt: Es waren Schädel-Hirn- und Thoraxtrauma, eine offene Beckenfraktur sowie der Verdacht auf eine Brustwirbelsäulenverletzung diagnostiziert worden. Die verschiedenen Behandlungsoptionen wurden in einer Podiumsdiskussion unter Einbeziehung des Fachpublikums von einer 3-köpfigen Expertenrunde besprochen. Hierzu waren Professor W. Lehmann, Klinikdirektor Universitätsmedizin Göttingen, Dr. C. Kleber, Oberarzt Universitätsklinikum Dresden, sowie Dr. K. Sprengel, Oberarzt Universitätsspital Zürich, geladen. Zudem wurde das „Couching“ in Echtzeit auf Twitter übertragen, so dass alle Interessierten auch von außerhalb live dabei sein und sich aktiv beteiligen konnten. Am Ende der Diskussionsrunde präsentierte der behandelnde Arzt, Professor S. Flohé, Chefarzt Städtisches Klinikum Solingen, die „Auflösung“ und erläuterte die angewandte Therapie und das Outcome des Patienten.

Nach mittlerweile schon „guter alter Tradition“ wurden auch in diesem Jahr die drei wichtigsten Publikationen aus dem TraumaRegister ausgewählt und alle Jahresberichte an die teilnehmenden Kliniken verteilt.


Hintergrund:
Das TraumaRegister DGU® wurde 1993 gegründet und hat sich mittlerweile zu einem der weltweit größten Schwerverletztenregister entwickelt. Die teilnehmenden Kliniken kommen aus Deutschland und zunehmend auch aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland.

Das TraumaNetzwerk DGU® ist ein unabhängiges Zertifizierungsverfahren zur Optimierung der Schwerverletztenversorgung durch einheitliche Qualitätsstandards. Hier haben sich Kliniken aus Deutschland und seinen Nachbarstaaten entweder regional oder auch grenzüberschreitend zu zertifizierten Traumanetzwerken zusammengeschlossen.

Im gesamten Bereich der Schwerverletztenversorgung, von der präklinischen Notfallmedizin bis hin zur intensivmedizinischen Betreuung, setzt sich die der DGU zugehörige Sektion NIS für Qualitätssicherung, Wissenschaftsförderung und eine hochwertige Ausbildung der Mitarbeiter ein.