Navigationsmenüs (Akademie der Unfallchirurgie GmbH)

Outcome und gesundheitsbezogene Lebensqualität in der Traumatologie

Eine erfolgreiche Erstbehandlung nach schwerem Trauma, das ist das primäre Ziel - doch wie geht das Leben für die Betroffenen weiter? - Um Aufschluss über die Lebensqualität ehemaliger Traumapatienten zu erhalten, werden nun im Rahmen einer Pilotphase Daten zum gesundheitlichen Befinden nach Entlassung aus der Klinik erhoben.

Seit dem Frühjahr 2018 erfasst eine kleine Gruppe ausgewählter Pilotkliniken Daten zur Lebensqualität ehemaliger Schwerverletzter. Hierfür wird das TraumaRegister DGU® genutzt, welches dafür um entsprechende Eingabeoptionen erweitert wurde. Nach Abschluss der Testphase erfolgt eine Evaluation der Erfahrungen und ersten Erkenntnisse, die über die Fortführung des Projekts entscheiden wird. Wenn sich die positiven Erwartungen bestätigen, soll das Verfahren bei möglichst vielen Kliniken etabliert werden.

Um die nötigen Informationen zur Langzeitprognose bestimmter Verletzungen und Behandlungsmethoden zu erhalten, werden ehemalige Patienten zwölf Monate nach der Entlassung mittels eines leicht verständlichen Fragebogens zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden befragt. Auf Basis dieser Daten sollen die nötigen Informationen gewonnen werden, um auf lange Sicht maßgeblich zu einer Verbesserung der Lebensqualität ehemaliger Traumapatienten beizutragen.

Den Auftakt der Initiative bildete Ende 2015 eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der AUC GmbH. Da für die Patienten nicht nur die Erstbehandlung, sondern auch die Befindlichkeit nach überstandenem Trauma eine wesentliche Rolle spielt, wollte man das Thema Lebensqualität künftig stärker in die Arbeit der Unfallchirurgie einbinden. Daraufhin wurde als eigene Arbeitsgruppe innerhalb der DGU die „Task Force Polytrauma“ unter der Leitung von Prof. Dr. med. Sascha Flohé, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Städtischen Klinikum Solingen, gegründet. Sie widmet sich seither dem Thema Lebensqualität nach schwerem Trauma und steuert das Projekt. Über die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erfährt das Modellvorhaben finanzielle Unterstützung, was die Bedeutung von Informationen zum Outcome ehemaliger Schwerverletzter auch für die Versicherungswirtschaft unterstreicht.